Die Österreichische Geologische Gesellschaft trauert um ihren Ampferer-Preisträger

Mag. Dr. Lorenz Keim

(02.02.1969 - 04.02.2012)

In seinen heimatlichen Bergen verstarb der allseits beliebte und fachlich hochgeschätzte Geologe Lorenz Keim durch einen Lawinenabgang; er hinterlässt seine Frau und drei Söhne.

Lorenz Keim erblickte am 2.2.1969 in Sterzing das Licht der Welt und begann nach dem Besuch des dortigen Realgymnasiums 1988 mit dem Studium der Erdwissenschaften an der Universität Innsbruck. Im Jahre 1995 diplomierte er bei Univ.-Prof. Rainer Brandner über die Stratigraphie und Strukturgeologie im Fanes-Sennes Gebiet (Dolomiten). Bereits in diesen jungen Jahren erwies er sich als ausgezeichneter Geländearbeiter. In der anschließenden Dissertation analysierte er in hervorragender Weise das Ertrinken der Karbonatplattformen im Karn, die Automikritfazies an den steilen Hängen der Riffe, sowie die Unterschiede in der Entwicklung zweier Karbonatplattformen in den Dolomiten und im Perm Asturiens. 2000 promovierte er zum Dr. rer. nat. bei Univ.-Prof. Rainer Brandner und Univ.-Prof. Wolfgang Schlager (Amsterdam). Von 2001 bis 2007 war Lorenz Keim wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projektes CARG/Basiskarte Südtirol an der Universität Innsbruck, mit Arbeitsplatz am Amt für Geologie und Baustoffprüfung in Kardaun/Bozen. Neben seiner geologischen Kartierarbeit fand Lorenz Keim immer wieder Zeit, wissenschaftliche Arbeiten in angesehenen Fachjournalen zu publizieren. 2004 wurden seine Forschungsarbeiten mit dem Otto-Ampferer-Preis der Österreichischen Geologischen Gesellschaft ausgezeichnet. Seit 2008 war Lorenz Keim intensiv mit der Bearbeitung diverser Kartenblätter Südtirols mit Schwerpunkt Dolomiten, Rieserferner Gruppe und Deferegger Alpen beschäftigt. Dabei verbrachte er unzählige Tage als kartierender Geologe in seinen geliebten Bergen. Am 04.02.2012, wenige Tage nach seinem dreiundvierzigsten Geburtstag, riss eine Lawine im Gebiet des Staller Sattels ihn und seinen Schwager in den Tod.

Mit Lorenz Keim verliert die Österreichische Geologische Gesellschaft einen ungemein sympathischen, menschlich und fachlich im In- und Ausland hoch geachteten Geologen und Preisträger. Fachdiskussionen und insbesondere Geländebegehungen mit ihm waren stets mitreißend, konstruktiv und gewinnend. Für die, die ihn persönlich kannten, ist sein Tod unfassbar. Unsere ganze Anteilnahme gilt seiner jungen Familie.

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