Otto-Ampferer-Preise an Marcel FREHNER und Patrick GRUNERT

Im Rahmen der Fachtagung "PANGEO Austria 2012" in Salzburg wurden am 18. September 2012 auf Grund herausragender Forschungsleistungen in den Geowissenschaften zwei Otto-Ampferer-Preise an Marcel FREHNER und Patrick GRUNERT vergeben.

Marcel Frehner Die wissenschaftliche Arbeit von Marcel Frehner zeichnet sich durch die Erforschung grundlegender Prozesse im Bereich der Strukturgeologie und Gesteinsphysik (Verhalten seismi¬scher Wellen in Gesteinen) aus, wobei numerische Modellierungen eine entscheidende Rolle spielen. Während seiner drei Dissertationsjahre 2006 bis 2009 an der ETH Zürich (Thema: Numerical modeling of multiscale wave propagation phenomena in fluid-rock systems) arbeitete er in fruchtbarer Zusammenarbeit mit der Industrie. Die Arbeiten, die auf seine Arbeit an der Universität Wien (2009 – 2010) zurückgehen, befassen sich mit Grundfragen der Strukturgeologie, während die Arbeiten mit seismischen Wellen in Laborversuchen ebenfalls zu Grundfragen der Strukturbildung sowie der Gesteinsmechanik beitragen. Herr Frehner arbeitet sowohl geländeorientiert als auch mit Laborexperimenten und theoretischen Modellen und versucht, das mechanische Verhalten der Gesteine bei der Deformation mit numerischer Modellierung zu entschlüsseln. Zu den Laborexperimenten gehören Messungen der seismischen Eigenschaften von porösen und zerklüfteten, unterschiedlich mit Wasser gesättigten Gesteinen. Die Rückkopplung der Laborergebnisse mit Geländedaten ist ihm dabei ein besonderes Anliegen. Die Computer-Software für die Modellierungen programmiert er vielfach selbst. Ein besonderes Verdienst ist es, die Auswirkungen von Oszillationen von Flüssigkeitstropfen in Gesteinsporen auf das Verhalten seismischer Wellen erkannt und erforscht zu haben.

 

Patrick Grunert Patrick Grunert war im Jahr der Otto-Ampferer-Preisverleihung 29 Jahren jung, ist Mikropaläontologe, Paläoklimaforscher und Paläozeanograph an der Universität Graz. Er veröffentlichte bereits zehn Publikationen in renommierten wissenschaftlichen Journalen, davon fünf als Erstautor. Nach dem Paläontologiestudium 2002 bis 2007 an der Universität Wien, arbeitete er bis 2011 an einer Dissertation mit dem Thema "Integrated Facies-analysis and Stratgraphy of the Early Miocene North Alpine Foreland Basin" an der Universität Graz. Er war in den letzten sechs Jahren stets bestrebt, an unterschiedlichen Universitätsstandorten, so in Wien, Graz, Berlin, New Orleans, Urbino und Bremen, zu studieren und seinen Wissensstand zu bereichern. Es gelang ihm sogar im vergangenen Winter, als erstem von Österreich offiziell benanntem Wissenschaftler an einer Expedition des International Ocean Drilling Programs (IODP) teilzunehmen (zum Thema Ozean-Passagen "Geschichte des Mittelmeer-Ausstroms vor Gibraltar"). Herrn Grunerts interdisziplinär ausgerichtete Studien zur Paratethys im österreichischen Voralpenraum ergaben u.a. erste hoch interessante Einsichten in jahreszeitlich wechselnde küstennahe Auftriebsphänomene am Nordrand der Paratethys und Gezeiten-beeinflusste Meeresstraßen im Untermiozän.

 

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