Der  Preis für die beste Vorwissenschaftliche Arbeit auf Geowissenschaftlichem Gebiet geht heuer an Herrn Alexander Pengg vom BG und BRG Bruck an der Mur für seine Arbeit "Lagerstätten im Bereich des Aflenzer Beckens - Die Sideritvererzung am Eibelkogel“. Die Arbeit wurde sowohl von der Begutachterin der Schule als auch von der Jury für ausgezeichnet befunden.

Als höchste Auszeichnung für besondere Leistungen und Verdienste um die geologischen Wissenschaften verleiht die Österreichische geologische Gesellschaft (ÖGG) die Eduard Sueß-Gedenkmünze. Mit ihrer Verleihung ist die Ehrenmitgliedschaft bei der Österreichischen Geologischen Gesellschaft verbunden. Die erste Eduard-Sueß-Gedenkmünze wurde 1918 an den berühmten Schweizer Alpengeologen Albert Heim verliehen. Bis 2016 gab es eine Liste von 26 prominenten Preisträgern und es war daher dem Vorstand der ÖGG eine besondere Ehre diese Liste um einen weiteren prominenten Vertreter der nationalen und internationalen geologischen Landschaft auf der GeoTirol2016 zu erweitern. Die Eduard Sueß-Gedenkmünze wurde an Werner Piller verliehen.

 Eduard Suess Medaille für Werner Piller
Bild von Christian Wucherer. Zur Verfügung gestellt vom Institut für Geologie, Universität Innsbruck.

Werner Piller, Univ.-Prof für Paläontologie und Historische Geologie an der Universität Graz, studierte am Institut für Paläontologie an der Universität Wien und seine inzwischen 40-jährige Karriere zeichnet ihn als interdisziplinär arbeitenden Vermittler zwischen den Fächern Geologie, Biologie und Paläontologie aus. Neben seinen zahlreichen stratigraphischen, sedimentologischen und aktuopaläontologischen Arbeiten rund um den Globus ist Werner Piller inzwischen nicht mehr aus dem nationalen und internationalen Wissenschaftsmanagement wegzudenken.

Vortrag im Rahmen der Verleihung der Eduard Suess Medaille
Bild von Christian Wucherer. Zur Verfügung gestellt vom Institut für Geologie, Universität Innsbruck.

Bereits zum zweiten Mal wurde heuer (2016) von den österreichischen geowissenschaftlichen Gesellschaften der „Preis für die beste vorwissenschaftliche Arbeit im Bereich Erdwissenschaften“ ausgeschrieben. Der Erste Preis im Wert von 500€ erging in diesem Jahr an Patrick Schadl zum Thema "Sand Wars".

Die Preisverleihung fand im Rahmen der Session "Geologie und Schule" auf der diesjährigen GeoTirol-Tagung statt. Anschließend präsentierte Herr Schadl auf unterhaltsame und informative Weise seine Arbeit, die sicherlich auch für Fachleute so manchen "Sand"-Aspekt in ein neues Licht rückte.

(C) Christoph Spötl

Patrick Schadl widmet sich in seiner vorwissenschaftlichen Arbeit dem "unbekannten Held unseres Alltags" - dem Sand. In seiner Arbeit stellt er sich folgende Fragen: Sand ist Teil unseres täglichen Lebens, aber wofür wird er genau verwendet? Woher kommt Sand? Welche Arten von Sand gibt es? Ist Sand unerschöpflich? Verursacht es Probleme für uns und die Umwelt? Gibt es Alternativen zu Sand?

In seiner Arbeit klärt Patrick Schadl Allgemeines über Sand, wie beispielsweise seine Herkunft und Eigenschaften. Er beschreibt den Abbau von Sand und führt seine Anwendungsbereiche an. Es werden Probleme für die Menschheit und die Umwelt erklärt und zum Schluss geht Patrick Schadl noch auf mögliche Lösungsansätze und Alternativen für Sand ein.

Erstmals wurde heuer (2015) von den österreichischen geowissenschaftlichen Gesellschaften der „Preis für die beste vorwissenschaftliche Arbeit im Bereich Erdwissenschaften“ ausgeschrieben. Wegen der Ausgewogenheit in Qualität und Umfang hat die Jury zwei Erste Preise zu je € 500,- an Teja Stüwe vom Akademischen Gymnasium in Graz und an Tibor Döme vom Bundesgymnasium Tamsweg vergeben. Beide Arbeiten waren bereits von der jeweiligen Schulkommission mit „Sehr gut“ beurteilt worden.

Die Österreichische Geologische Gesellschaft hat am 13. November 2014 ihre höchste Auszeichnung, die Eduard Suess-Medaille, Herrn Wolfgang Frisch (Tübingen/Wien) verliehen.

Im Rahmen der Pangeo 2014 wurden wieder zahlreiche Ehrungen verliehen. Der diesjährige Otto-Ampferer-Preis ging an Linda Lerchbaumer, Gerald Stern wurde mit dem Hans Höfer von Heimhalt-Preis ausgezeichnet und Michael Wagreich sowie Werner Piller wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Am Mittwoch, 11. September 2013, ehrte Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer den Geologen Univ.-Prof. Dr. Josef Michael Schramm mit dem Großen Verdienstzeichen des Landes Salzburg. Die Österreichische Geologische Gesellschaft gratuliert herzlich!

Josef Michael Schramm war 40 Jahre verdienstvoll an der Universität Salzburg tätig und hat sich durch seine fundierten geologischen Beratungen der Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen im Land Salzburg große Verdienste erworben.
 

Verleihung des Großes Verdienstzeichen des Landes Salzburg an J.-M. Schramm --- © 2013 Land Salzburg, Landes-Medienzentrum

 

Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn und Landesrat Hans Mayr überreichten das Große Verdienstzeichen des Landes Salzburg an Univ.-Prof. Dr. Josef Michael Schramm.

Die Österreichische Geologische Gesellschaft bedauert den Tod (5. Oktober 2013) ihres Ehrenmitgliedes

Chefgeologe Dr. Otto THIELE

(1928 – 2013)

und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Herr Thiele hat im Rahmen seiner Tätigkeit an der Geologischen Bundesanstalt zahlreiche wichtige und bleibende Beiträge zur Geologie von kristallinen Arealen der Ostalpen, der Böhmischen Masse und Mittelasiens (z.B. Iran), aber auch zu Rohstoffen, z.B. Kohle geleistet. Eine ausführliche Würdigung der Verdienste unseres verstorbenen Ehrenmitglieds wird in einem der nächsten Hefte des Austrian Journal of Earth Sciences erscheinen.

Im Rahmen der Generalversammlung am 29. November 2012 wurden auf Grund herausragender Forschungsleistungen in den Geowissenschaften zwei hochverdiente Mitglieder der ÖGG geehrt, Wolfgang FRANK mit der Eduard-Suess-Medaille und Leopold WEBER mit der Ehrenmitgliedschaft.

 
Wolfgang FRANK - Franz Neubauer - Leopold WEBER

Die Österreichische Geologische Gesellschaft trauert um ihren Ampferer-Preisträger

Mag. Dr. Lorenz Keim

(02.02.1969 - 04.02.2012)

In seinen heimatlichen Bergen verstarb der allseits beliebte und fachlich hochgeschätzte Geologe Lorenz Keim durch einen Lawinenabgang; er hinterlässt seine Frau und drei Söhne.

Otto-Ampferer-Preise an Marcel FREHNER und Patrick GRUNERT

Im Rahmen der Fachtagung "PANGEO Austria 2012" in Salzburg wurden am 18. September 2012 auf Grund herausragender Forschungsleistungen in den Geowissenschaften zwei Otto-Ampferer-Preise an Marcel FREHNER und Patrick GRUNERT vergeben.

In großer Trauer teilen wir mit, dass

HR Univ.Lektor Dr. Walter Hannes Kollmann

(1949 - 2011)

am 17. Jänner 2011 plötzlich und unerwartet verstorben ist.

Die Österreichische Geologische Gesellschaft trauert um ihr Ehrenmitglied

wHR Univ.Doz. Dr. Hermann Kohl

(04. Jänner 1920 – 30. Dezember 2010)

Hermann Kohl wurde am 04.01.1920 als Sohn eines Kriminalbeamten in Linz geboren. Nach der 1938 mit Auszeichnung abgelegten Matura und einer verkürzten Dienstpflicht im Reichsarbeitsdienst inskribierte er im Herbst 1938 an der philosophischen Fakultät der Universität Wien Geographie und bald auch Geologie. Im Herbst 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, zuerst bei der Artillerie, später bei der Heeresflak und Infanterie. Nachdem er im Februar 1946 aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt war, nahm er trotz schwieriger Bedingungen sein Studium sofort wieder auf. Im Herbst 1946 legte er die Lehramtsprüfung aus Geographie und Geschichte auf der Universität Graz ab und trat im folgenden Jahr das Lehramt am Bundesrealgymnasium in Linz an, wo er 24 Jahre lang tätig sein sollte.

Die Österreichische Geologische Gesellschaft trauert um ihr Ehrenmitglied

em.o.Univ.Prof. Dr. Walter Joseph Schmidt

(11. August 1923 – 2. April 2010)

Der international hoch angesehene Geologe Walter J. Schmidt promovierte 1949 unter L. Kober und F. Machatschki über die Matreier Zone. 1952 habilitierte er sich an der Technischen Hochschule in Wien (TU-Wien) für das Gebiet "Geologie mit besonderer Berücksichtigung der technischen Geologie". Mit 33 Jahren begann er seine internationale Karriere im Topmanagement internationaler Bergbaufirmen. 1976 folgt er einem Ruf als Ordinarius für Prospektion, Lagerstättenlehre und Mineralwirtschaft an die Montanuniversität Leoben. Von 1982 bis 1990 war er Kurator beim Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Von 1991 bis 1995 war er Vorsitzender der Österreichischen Geologischen Gesellschaft, deren Ehrenmitglied er war. Am 15. November 1985 (135-Jahr Feier) wurde er zum Korrespondent der GBA ernannt. Die Geologenschaft wird sein Andenken stets ehrend bewahren.

Ladatio anlässlich der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft
gehalten von W. Janoschek im großen Hörsaal des Geologischen Instituts der Universität Wien am 15. Jänner 1998

Gleich drei Ehrungen durfte die Österreichische Geologische Gesellschaft am 19.09.2010 im Rahmen der heurigen Fachtagung "PANGEO Austria 2010" in Leoben vergeben: eine Ehrenmitgliedschaft an HR Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Schönlaub sowie den Otto-Ampferer-Preis an Dr. Cornelius Tschegg und Dr. Ulrike Exner.

Am 04. Oktober 2009 verstarb Dr. Marcel Lemoine, Professor an der Ecole des Mines de Paris und Forschungs-Direktor am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) Pairs, sowie korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Geologischen Gesellschaft.

Tabellarischer Lebenslauf

Epoux de Jeannine Collardey, soeur de Jean Collardey (de la promotion 1943 de l'Ecole des Mines de Paris qui fut aussi celle de Georges Charpak, prix Nobel).

Ecole des Mines de Paris (promotion 1945). Docteur es Sciences.

Am 01. März hat Dr. Peter Seifert sein Amt als Direktor der Geologischen Bundesanstalt (GBA) und damit die Nachfolge von Dr. Hans-Peter Schönlaub angetreten.

Peter Seifert wurde 1954 in Wien geboren. Sein Studium der Erdwissenschaften mit Geologie im Hauptfach und Paläontologie im Nebenfach schloss er mit einer sedimentologischen Dissertation über das Eozän der Waschbergzone in Niederösterreich bei Prof. A. Tollmann ab. Bereits während des Studiums kam er in Kontakt mit der OMV, deren Team er 1981 verstärkte. Seine Arbeit als Explorationsgeologe bei der OMV AG führte in unter anderem nach Calgary (Canada), London, Tripoli (Libyen) und Tirana (Albanien). In jüngerer Zeit erstreckte sich seine Tätigkeit über Südosteuropa, Russland und Kasachstan, Usbekistan und die Türkei. Zuletzt war Peter Seifert General Manager bei OMV PETEX im Nordirak, wo er den Aufbau des lokalen OMV-Büros in Erbil leitete.

Die Österreichische Geologische Gesellschaft trauert um ihr Ehrenmitglied

Prof. Dr. Dr.h.c.mult. Rudolf Trümpy

(16. August 1921 - 31. Jänner 2009)

Am 31. Jänner 2009 ist Dr. Rudolf Trümpy im 88. Lebensjahr friedlich im Schlaf verschieden. Mit ihm ist einer der besten Kenner der Geologie der Alpen von uns gegangen.

Rudolf Trümpy wurde am 16. August 1921 in Glarus geboren. In den späten 1940er-Jahren promovierte er an der ETH Zürich mit einer Studie über den Lias der Glarner Alpen. Sein Postdoktorat verbrachte er zwischen 1947 und 1953 in Lausanne, bevor er 1953 zum Professor für Geologie an der ETH Zürich berufen wurde. Drei Jahre später wählte ihn die Universität Zürich zum Professor ad personam für Stratigraphie. Diese Doppelprofessur besetzte Rudolf Trümpy bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1986.

Die Österreichische Geologische Gesellschaft trauert um ihr Ehrenmitglied

Rudolf Oberhauser

(14. September 1926 - 05. August 2008)

In der Nacht vom 04. auf 05. August 2008 verstarb der Geologe Dr. Rudolf Oberhauser im 82. Lebensjahr. Die Österreichische Geologische Gesellschaft verliert mit ihm einen hervorragenden Wissenschaftler, der sich wie kein anderer um die erdgeschichtliche Erforschung Vorarlbergs, aber auch des übrigen Österreichs verdient gemacht hat.

Im Rahmen der DEUQUA Tagung 2008 in Wien wurde Univ.Prof. Dr. Dirk van Husen für seine Verdienste um die Erforschung des Quartärs in den Ostalpen am 02. September mit der Albrecht Penck-Medaille ausgezeichnet.


Verleihung der Albrecht Penck-Medaille an Dirk van Husen durch die Präsidentin der DEUQUA, Margot Böse


Die Medaille wurde ihm von der Präsidentin der DEUQUA Prof. Margot Böse überreicht.

Die Österreichische Geologische Gesellschaft ehrte am 23. September 2008 im Rahmen der Fachtagung "PANGEO AUSTRIA 2008" in Wien verdiente Mitglieder:

Dr. Wolfgang Schlager erhielt die Eduard Suess-Gedenkmünze und Andrea Brigitte Rieser sowie Michael C. Meyer wurde der Otto-Ampferer-Preis verliehen.

Die American Association of Petroleum Geologists (AAPG) führt heuer zum 2.Mal den Imperial Barrel Award (IBA) durch, einen auf "real data" fußenden Petroleum-Exploration Wettbewerb für Studententeams.

In einem virtuellen Datenraum werden den Teams 3D-Seismik, Bohrungs- und Regionalgeologie-Informationen bereitgestellt. An Hand dieser Datensätze (den Teams wurden entweder Daten aus der norwegischen Nordsee oder aus dem Cooper Basin in Australien zugelost) sind von den Teams (in der Rolle einer fiktiven Ölfirma) nach eingehender Evaluierung, wofür rund 6 Wochen zur Verfügung standen, Empfehlungen hinsichtlich Einstieg und mögliches Arbeitsprogramm zu erarbeiten. Unter aktiver Einbindung jedes einzelnen Team-Mitglieds werden die Ergebnisse in einer 25-minütigen Präsentation der Jury vorgestellt und in einer etwa 15-minütigen Diskussion mit den Jury-Mitgliedern verteidigt.mJedes Team umfasst fünf Studenten, denen ein Berater (i.a. ein Uni-Lehrer) zur Seite steht. Klare Spielregeln geben die Aufgabenstellung des Teams und jene des Beraters vor.

Die Österreichische Geologische Gesellschaft trauert um ihr Mitglied

Univ.Prof. Dr. Erich Schroll

(08. Dezember 1923 - 24. Februar 2008)

Der Doyen der geochemischen Forschung in Österreich Erich Schroll wurde in Wiener-Neustadt geboren, wo er auch die Schule absolvierte. Im Herbst 1945 begann er sein Studium an der Universität Wien das er 1950 bei Felix Machatschki und Hans Leitmeier als Doktor der Philosophie (Hauptfach Mineralogie & Petrographie, Nebenfach Geologie) abschloss. Von 1953 bis zu seiner Pensionierung mit Ende 1989 war Schroll an der Bundesversuchs- und Forschungsanstalt Arsenal (BVFA), zuletzt in leitender Position, angestellt. Am 15. November 1985 wurde Schroll zum korrespondierenden Mitglied der Geologischem Bundesanstalt ernannt. Die Geologenschaft wird sein Andenken stets ehrend bewahren.

Mit Godfrid Wessely ehrt das Land Niederösterreich einen seiner profiliertesten Geologen, der nicht nur mit der Oberflächengeologie des Landes vertraut ist, er kennt aus seiner beruflichen Tätigkeit als Chefgeologe der Österreichischen Mineralölverwaltung auch den geologischen Tiefbau der bedeutenden geologischen Strukturen Niederösterreichs wie dem Wiener Becken, der Waschberg- und Molassezone und im Besonderen die kalkalpinen Bereiche.

Bereits in seiner Dissertation beschäftigt er sich mit einem Angelpunkt der Alpen / Karpatengeologie, mit den Hainburger Bergen und klärt dabei ebenso die tertiäre und quartäre Landschaftsgeschichte. Diese geologischen Aufnahmen setzt er als auswärtiger Mitarbeiter der Geologischen Bundesanstalt auf den Kartenblättern Baden, Neulengbach, Obergrafendorf, Hohenberg, Eisenerz und St. Pölten fort. Auf diesen Kartenblättern sind es vor allem die alpinen Bereiche die er bearbeitet, wobei ihm das Verständnis der Oberflächengeologie und die Tiefbohrungen zu Erkenntnissen führen, die nur aus der Zusammenschau beider Dimensionen möglich sind.

Die Österreichische Geologische Gesellschaft trauert um ihr Ehrenmitglied

Alexander Tollmann

(27. Juni 1928 - 08. August 2007)

Am 24. 8. 2007 haben wir am Friedhof Gersthof einen ganz Großen der Wissenschaft und der Umweltbewegung zu Grabe getragen.

Akademischer Werdegang

Geboren am 27. 6. 1928 in Wien und aufgewachsen in einer Zeit bedrängender wirtschaftlicher Not, konnte er in den letzten Kriegstagen einer Einberufung zur Wehrmacht nur knapp entkommen. Doch dadurch war es ihm möglich seine Schulausbildung ohne Unterbrechung durch Kriegsdienst und möglicher Kriegsgefangenschaft im Juni 1946 planmäßig mit der Matura (die er mit ausgezeichnetem Erfolg absolvierte) abzuschließen.

Im Jahr 2007 ehre die Österreichische Geologische Gesellschaft im Rahmen des Festakts zu ihrem 100-jährigen Bestehen drei verdiente Mitglieder. Emer. Univ.Prof. Dr. Erich Thenius wurde die Eduard-Sueß-Gedenkmünze verliehen, während Univ.Prof. Dr. Wolfgang Frisch (Univ. Tübingen) und Emer. Univ.Prof. Dr. Fritz F. Steininger zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden.

Die Österreichische Geologische Gesellschaft trauert um ihr Ehrenmitglied

Christof Exner

(20. März 1915 - 16. April 2007)

Christof EXNER Ritter von Erwarten wurde am 20. März 1915 in Innsbruck als Sohn des Univ.-Prof. Dr. Felix Exner v. Erwarten (Meteorologe und Physiker) und der Baroness Christiana, geb. Popp v. Böhmstetten, geboren. Nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums studierte er von 1933 bis 1939 an der Universität Wien Geologie und Petrographie, wo er 1927 als wissenschaftliche Hilfskraft angestellt wurde. 1939 promovierte er mit einer Dissertation bei Prof. L. Kober zum Dr. phil. Im selben Jahr erfolgte seine Verehelichung mit Gertha Brachtel. 1939 sowie von 1945 bis 1950 war er als Assistent am Geologischen Institut der Universität Wien tätig. Von 1950 bis 1958 war er Chefgeologe an der Geologischen Bundesanstalt. 1958 wurde Christof Exner a.o. Univ.-Prof. und Mitvorstand (mit Prof. E. Clar) am Geologischen Institut. Ab dem Jahr 1964 war er o. Univ.-Professor. Die kristallinen Einheiten in Österreich bildeten den Schwerpunkt seiner Arbeiten. Sein wissenschaftliches Werk umfasst über 230 Publikationen, davon etwa 2/3 über die Geologie des Tauernfensters sowie eine große Zahl geologischer Karten samt Erläuterungen.

Prof. Exner war Mitglied zahlreicher (inter)nationaler geowissenschaftlicher Vereinigungen. So war er Träger der Eduard-Sueß Gedenkmünze und damit Ehrenmitglied der Österreichischen Geologischen Gesellschaft.

Am 19. März 2007 wurde der Vorarlberger Geologe Dr. Rudolf Oberhauser von Landeshauptmann Herbert Sausgruber mit dem "Großen Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg" ausgezeichnet. Die Österreichische Geologische Gesellschaft gratuliert Rudolf Oberhauser herzlich zu dieser wohlverdienten Auszeichnung!

Bereits während seiner Dissertation 1951 im Kanisfluh-Gebiet erkannte Rudolf Oberhauser, wie wichtig Mikrofossilien - und zwar die einzelligen Foraminiferen - für die zeitliche Einstufung von Gesteinsserien sein können. Seine Pionierarbeit und seine Erstbeschreibungen von Foraminiferen wurden zum unverzichtbaren Hilfsmittel für die altersmässige Zuordnung von Gesteinen der Kreide und des Paläogen und haben auch heute noch teilweise weltweite wissenschaftliche Bedeutung.

Kinematic and mechanical quantification of fault related fold structures

Kurzvortrag im Rahmen der Verleihung des Otto Ampferer-Preises 2006

Faults in the earth crust occur within large range of scales from intracrystalline scale over mesoscopic to several km-scale. Depending on the rheological conditions and amount of displacement within these zones of discontinuity, a wide range of fault rocks like fault breccias, fault gouges, cataclasites, psoudotachylites or mylonites can form. In many cases, deformation associated with faulting is not only limited to the fault rock alone, but rather forms a combination with continuous near field deformation in the wall rock, a process that is generally called fault-related folding.

The correct interpretation and recognition auf fault related folds is fundamental for the reconstruction of progressive development and history of fault kinematics, as well as prediction in areas of limited exposure. On the basis of brittle fault analyses, numerical modelling and 3D visualization of natural fault-related folds of various scales presented in this talk, the importance of flow perturbations around faults and their progressive development will be emphasised as an alternative concept to existing fault-related fold models.

The following differentiation criteria between these two approaches are: 1) The fault does not necessarily maintain a stable orientation but may rotate during progressive development. 2) Fault drag can change from reverse to normal along the fault. 3) The displacement along the fault has its maximum in the centre of the fault and decreases to zero in both directions, downsection and upsection towards fixed fault tips. It is therefore recommended to consider models that are based on flow perturbation theory for future analyses or reinterpretation of fault-related fold structures.

Ampferer2006 Wiesmayr

Die Schnittstelle zwischen Oberrheingraben und Faltenjura: Alte Brüche - junge Erdbeben

Kurzvortrag im Rahmen der Verleihung des Otto Ampferer-Preises 2006

Die weitere Umgebung Basels, zwischen dem Südrand des Oberrheingrabens und dem Faltenjura, ist eine geologische Schnittstelle zwischen einem Teil des westeuropäischen känozoischen Grabensystems und dem nördlichen Alpenvorland. Seit dem Jungpaläozoikum wurde diese Zone durch ein Wechselspiel dehnender und kompressiver Spannungen geprägt. Tektonische Aktivität manifestiert sich rezent durch - im regionalen Vergleich - erhöhte historische und instrumentelle Seismizität. Im Zuge einer Dissertation an der Universität Basel sammelte Kamil Ustaszewski Indizien, die eine kompressive und potentiell seismogene Reaktivierung von Verwerfungen im kristallinen Untergrund seit dem späten Pliozän nahelegen. Dies gelang durch die Kombination geologischer, geomorphologischer und geophysikalischer Daten, sowie anhand von Einblicken, die aus dynamisch skalierten Analogmodellen gewonnen wurden.

Ampferer2006 Ustaszewski

Subaerial exposure and flooding surfaces of carbonate platforms

Kurzvortrag im Rahmen der Verleihung des Otto Ampferer-Preises 2006

The correct identification and interpretation of subaerial exposure and flooding of carbonate platforms is fundamental for the reconstruction of the depositional, tectonic and eustatic history of an area and can improve reservoir and seal predictions in carbonate rocks. Both, subaerial exposure and flooding with concomitant sediment starvation may generate significant bounding surfaces (exposure and flooding surfaces) in the stratigraphic record. The purpose of this paper is to refine the petrographic and geochemic characteristics of exposure and flooding surfaces. Furthermore differences and similarities between burial and meteoric diagenetic overprints in carbonate rocks are evaluated.

Ampferer2006 Sattler

Die Österreichische Geologische Gesellschaft ehrte im Rahmen der Pangeo 2006 in Innsbruck verdiente Mitglieder: Mag. Dr. Ute Sattler, Mag. Dr. Kamil Ustaszewski und Mag. Dr. Gerhard Wiesmayr bekamen den Otto-Ampferer-Preis, Dr. Gerhard Wessely die Eduard-Sueß-Gedenkmünze verliehen. Dr. Herbert Summesberger wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

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